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Behindertensport
Die Zeiten in denen sich ein Körperbehinderter
in seinem mausgrauen Rolli versteckte, damit auch ja niemand auf ihn aufmerksam
wurde, er oder sie niemand stören kann, sind vorbei. Heute braucht
sich kein Behinderter mehr zu verstecken, das Selbstbewusstsein wächst
und damit die Aktivitäten. Nicht zuletzt die behinderten Leistungssportler
haben dazu beigetragen.
Kein Marathon ohne Rollstuhlfahrer und in dieser
Paradedisziplin sind die Rollifahrer ja mittlerweile den Fußgängern
um Längen überlegen. Der Schweizer Heinz Frei hält derzeit
die Weltbestleistung über die 42,195 km in weniger als 1h25. Zum Vergleich,
die Fußgänger brauchen fast eine dreiviertel Stunde länger.
Nicht jeder Behinderte kann oder will solche Leistungen erbringen aber
warum auch? Längst nicht jeder Tennisspieler eifert einem Boris Becker
nach, nicht jede Joggerin will gleich Uta Pippig schlagen.
Gerade für Behinderte ist Sport ein wichtiger
Ausgleich zum Alltagsleben, in dem vielleicht die körperliche Betätigung
zu kurz kommt. Natürlich hat es auch einen sozialen Aspekt. Andere
Menschen mit den gleichen oder ähnlichen Problemen kennen lernen,
einen Freundes- und Bekanntenkreis aufbauen, ist für viele der Behinderten,
die sich heute noch isolieren, wichtig.
Für Kinder heißt der Sport auch eine
eigene Identität zu finden. Gerade in Zeiten der Integration haben
viele Kinder Probleme ihre Identität als Behinderte zu erkennen und
zu akzeptieren, da ihnen häufig die Peer-Group der Behinderten fehlt.
Hier kann jegliche Art von Sport in der Gruppe wichtige Hilfestellungen
geben.
Dies haben auch die Krankenkassen erkannt und
akzeptiert und unterstützen Vereinssport, der von anerkannten Übungsleitern
geleitet wird. Rollstuhlsport und Behindertensport allgemein wird als Rehamaßnahme
anerkannt und kann über Krankenschein finanziert werden, wenn er im
Verein stattfindet und von durch den Behindertensportverband oder dem Deutschen
Rollstuhlsportverband anerkannten Übungsleitern angeleitet wird.
Speziell bei Kindern wird unter dem Begriff 'Rollstuhlsport'
auch Alltagstraining durchgeführt. Durch kleine Spiele, spezielle
Trainingsmethoden werden Fähigkeiten wie Kippen, Bewegen auf engstem
Raum, Fahren mit einer Hand usw. geübt und verfeinert.
Für geistig behinderte Menschen ist Sport
als Ausgleich zum Alltag ebenso wichtig, es gibt allerdings weniger Möglichkeiten
als für Körperbehinderte Sport in eigenen Vereinen oder Gruppen
auszuüben. Hier besteht deutlich Nachholbedarf.
Lediglich alle paar Jahre steht auch der Sport
mit geistig behinderten Menschen für kurze Zeit im Mittelpunkt des
Interesses, immer dann wenn die Weltspiele für geistig behinderte,
die Special Olympics, stattfinden. Um sportliche Leistungen geht es in
den Berichten darüber aber in der Regel nicht - eher um das Engagement
von Arnold Schwarzenegger.
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