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  • Harry Potter ????

    Die wohl bekannteste Figur in der Literatur derzeit ist Harry Potter, doch was hat er auf dieser Seite zu suchen? 
    Auf den ersten Blick eigentlich nichts. ABER? 
    In den vier Bänden von Harry Potter geht es aber zumindest am Rande auch um das Thema Anderssein. Die Unterschiede zwischen uns 'Muggeln' und den Zauberern auf der anderen Seite führen immer wieder zu Problemen und Missverständnissen, wobei es so scheint als seien die Zauberer ein wenig toleranter als die 'Muggel'. Harry selbst macht sich auch immer wieder mal Gedanken um sein Anderssein, vor allem im ersten Band bevor er erfährt, dass er wirklich nicht richtig dazugehört zu der Welt in der er aufgewachsen ist. 
    Ich finde, dies ist ein guter Aufhänger für das Thema Behinderung: Anderssein. Wenn man erlebt, dass auf Schulhöfen (und sogar schon in Kindergärten) jeder ausgegrenzt wird, der sich nicht in einer bestimmten Art und Weise kleidet oder verhält, wie soll dann erst ein jemand akzeptiert werden, der noch offensichtlicher (oder auch nicht) anders ist. Deshalb gehört Harry Potter ab sofort auch in diese Liste. 
     
     

    fiktionale Literatur zum Thema

    Das Angebot an Literatur für die Altersgruppe ist ausgesprochen dünn. Dies betrifft sowohl Sachbücher als auch den fiktionalen Bereich. Ich kenne nur eine Novelle, die mir für Jugendliche geeignet erscheint.
    Es handelt sich dabei um folgendes Werk aus Australien:
     

    Wendy Orr
    Der Ernstfall oder fang an zu leben

    Die Protagonistin Anna ist ein sportliches junges Mädchen, sie wird bei einem Autounfall schwer verletzt. Nur langsam gewöhnt sie sich an den Gedanken, dass ihr Leben nicht mehr das selbe ist wie vor ihrem Unfall es auch nie mehr werden wird. Sie spürt die Auswirkungen ihrer Verletzungen immer und überall, in allen Lebensbereichen.
    Dazu ein Zitat:
    "Auf Dads Schreibtisch liegt ein Brief von den Versicherungsleuten. Die Worte springen mich an: bleibend geschädigt.
    Welches Wort ist schlimmer, bleibend oder geschädigt?
    Geschädigt ist ein hässliches Wort. Schlimmer als gehandicapt, behindert, invalide.
    Bin ich behindert?
    Ich bin immer noch die selbe Person, nur dass ich ein paar Dinge eben nicht mehr tun kann, viel herumlaufen zum Beispiel, länger als eine Minute aufrecht stehen, zu lange sitzen oder...
    Wann hört man auf normal zu sein? Wann wird man zu einer behinderten Person?
    Man sollte es eigentlich merken, wenn man behindert ist.
    Oder?"Wendy Orr, der Ernstfall, S. 153
    Schritt für Schritt findet sich Anna in ihrem neuen Leben zurecht und fasst neuen Lebensmut.
    Meiner Meinung nach eignet sich das Werk als Diskussionsgrundlage ab der 9. oder 10. Klasse.
    Hier noch einmal die Daten:
    Wendy Orr
    Der Ernstfall oder fang an zu leben
    Aare Verlag, Solothurn; 
    ISBN 3726004939. 

    29,95 DM

    oder beim Bücherbund in der Reihe 'Hautnah' für 21 DM (gebundene Ausgabe)

    Monika Feeth
    Fee
    In diesem Buch geht es um das Abschied nehmen, Abschied von einem Familienmitglied, der geliebten Schwester und Tochter. Fee starb an den Folgen einer progessiven Muskelerkrankung. Das Buch ist geschrieben aus der Sicht ihrer Schwester und beschreibt in nicht chronologischer Reihenfolge den Verlauf der Krankheit, den Tod und die Verarbeitung des Erlebten. Mit Einfühlungsvermögen geschrieben aber teilweise mit sehr blumiger Sprache versehen. 
    Dennoch empfehlenswert. Wie bei Wendy Orr auch, ab ca. 9. Klasse zu verwenden. Die angegebene Altersspanne ist zwar 12-14 Jahre aber ich denke, man darf ruhig etwas älter sein.

    Monika Feth
    Fee. Schwestern bleiben wir immer. 
    (1999) Bertelsmann Vlg., M.; 
    ISBN: 3570124770
    Preis: DM 24,90
     


    Wer darüberhinaus noch Bücher kennt, der informiere mich bitte darüber.
     

    Sachbücher

    Auf dem Gebiet der Sachbücher schaut es etwas besser aus, wenn auch nicht viel. Für die Arbeit besonders in der Oberstufe bieten sich in meinen Augen zwei Bücher an:

    Barbara Beuys
    Eltern behinderter Kinder lernen neu leben
    Reinbek 1993 (Zur Zeit nicht lieferbar)
    In ihrem Buch beschreibt Barbara Beuys all die Widrigkeiten des Lebens, mit denen eine "behinderte Familie" (so ihre sehr zutreffende Wortschöpfung) zu kämpfen hat. Das sind sowohl äußere Umstände wie Behörden, Ärzte etc aber auch Probleme, die sich für eine Familie aus der Situation heraus ergeben. Ein schonungsloses Werk, das aber Betroffenen dennoch Mut macht und Nichtbetroffenen einen Einblick in die Situation von Familien mit behinderten Kindern gibt. Das meiner Meinung nach beste Werk zum Themenkomplex

    Laura Doermer:
    Moritz mein Sohn
    München 1990
    ISBN-3-442-12571-5
    Laura Doermer ist Mutter eines mittlerweile 35-jährigen Mannes. Ihr Sohn Moritz hat seit frühester Kindheit schwerste Epilepsie-Anfälle, die medikamentös nicht in Griff zu bekommen sind. Zusätzlich zu den Anfällen macht sich eine geistige Behinderung bemerkbar. Das Buch beschreibt den gesamten Lebensweg der Familie mit dem behinderten Kind, ein schonungsloses Werk. Die Mutter geht dabei sowohl mit den Institutionen und Ärzten ins Gericht als auch mit sich selbst. (siehe auch Filme)

    Filme

    Neben Büchern gibt es eine Reihe von Filmen, die sich im Unterricht verwenden lassen. Neben dem vorgestellten Dokumentarfilm gibt es noch eine Reihe weiterer Dokumentationen, die aber nicht immer erhältlich sind. In der Reihe "37Grad" des ZDF gibt es beispielsweise immer wieder mal Beiträge zum Thema.

    Moritz mein Sohn (siehe auch Bücher)
    Wo das Buch aufhört, beginnt der Dokumentar-Film, den die Eltern von Moritz gemacht haben. Schonungslos wird die Krankheit und ihre Auswirkung gezeigt. Doch im Verlauf der 7 Teile aus den Jahren 1990 bis 1994 ergibt sich eine Veränderung, Moritz ist einer der ersten Patienten in Deutschland, deren Epilepsie mit Hilfe einer Operartion behandelt wird. Daraufhin stellt sich eine Verbesserung der allgemeinen Situation ein.
    Eine leise und anrührende Dokumentation ist da entstanden. Geeignet für die Oberstufe. Sie lief 1996 im Fernsehen (nachts bei RTL) und ist auf Video erhältlich bei:
    Cine Dokument Film
    Isabellastr. 28
    80796 München

    Neben Dokumentarfilmen gibt es auch eine Reihe von Spielfilmen, die ich hier kurz präsentieren möchte:

    Anna der Film
    Deutschland 1988
    Wohl jeder kennt die Geschichte der Ballettänzerin Anna, die nach einem Unfall vorübergehend im Rollstuhl landet und sich währenddessen mit einem gelähmten Jungen anfreundet. Behandelt die Problematik nur am Rande aber ist für jüngere Kinder ab der 8. Klasse gut geeignet.

    Waterdance
    USA 1992
    Helen Hunt, Eric Stoltz
    Der Film spielt in einer Rehaklinik in die ein Schriftsteller nach einem Unfall mit einer Querschnittlähmung eingeliefert wird. In seinem Zimmer hat er es mit ganz unterschiedlichen Typen zu tun. Der Film zeigt einerseits den Weg des Protagoniesten (zurück) in ein neues Leben und auf andererseits die wenig beachtete Tatsache, dass auch behinderte Menschen sich nicht ausschließlich über ihre Behinderung identifizieren, sondern genauso unterschiedliche Persönlichkeiten sind, wie andere Menschen auch und die Behinderung nur einen Teil der Gesamtperson ausmacht. Auch der Bereich Behinderung und Sexualität wird nicht ausgeklammert, weshalb der Film hauptsächlich für die Oberstufe geeignet ist.
    Der Film läuft gelegentlich in den dritten Programmen der ARD.

    Gottes vergessene Kinder
    USA 1986
    William Hurt und Marlee Matlin
    James Leeds (William Hurt) arbeitet an einer Schule für Gehörlose. Die gehörlose Sarah (Marlee Matlin), eine ehemalige Schülerin, arbeitet dort als Putzfrau. Leeds erkennt die Begabung von Sarah und versucht, sie aus ihrer selbstgewählten Isolation herauszuholen. Dabei verliebt er sich in sie.
    Ein schöner Film mit schönen Bildern und guten Schauspielern. Die selbst gehörlose Marlee Matlin bekam für ihre Darstellung den Oscar.

    In Sachen Henry
    USA 1991
    Harrison Ford, Anette Bening, Bill Nunn
    Die Story ist schnell erzählt: Erfolgreicher Anwalt wird beim Zigaretten holen angeschossen. Wochenlang liegt er im Koma, als er erwacht hat er die meisten seiner bisherigen Fähigkeiten verloren. Durch langwierige Rehabilitation gesundet er langsam, stellt aber fest, dass er den Kerl, der er einmal gewesen ist, nicht ausstehen kann.
    Von Mimik-Minimalist Harrison Ford eindrucksvoll gespielt; der Film ist ein Mainstream-Produkt, eignet sich aber gerade deshalb für Schüler ganz gut.

    Mein linker Fuß
    Irland/GB 1989
    Ich habe den Film selbst nie gesehen, aber von verschiedenen Seiten empfohlen bekommen. Er handelt von einem jungen Mann, der spastisch gelähmt ist und eben nur seinen linken Fuß unter Kontrolle hat. Jahrelang wird er für geistig behindert gehalten, bis er sich verständlich machen kann.

    Die Maske
    USA 1985
    Cher, Eric Stoltz, Estelle Getty
    Hauptperson in diesem Film ist ein Junge, dessen Gesicht durch eine Krankheit entstellt ist (die Maske) und der sich nur in der Rocker-Gang seiner Mutter wohl fühlt. Im Verlauf des Films jedoch merkt er, dass dies doch nicht seine Welt ist. Für Jugendliche ansprechend gestaltet.

    Rain Man
    USA 1988
    Dustin Hoffman, Tom Cruise
    Der Klassiker, was den Umgang mit Behinderten angeht. Zu diesem Film muß man angesichts der vielen Auszeichnungen kaum noch etwas sagen. Nur so viel: ohne Besprechung besteht hier die Gefahr, dass Autisten allesamt als besonders intelligent und begabt hingestellt werden. Doch gerade der Bereich Autismus hat unendlich viele Facetten.

    Eine kurze Geschichte der Zeit
    GB 1992
    Englisch mit Untertiteln
    Die Lebensgeschichte des großartigen Physikers Stephen Hawking. Es ist NICHT die Verfilmung des gleichnahmigen Buches, obwohl einige wissenschaftliche Erkenntnisse aus dem Buch auch im Film dargestellt werden. Aber Hauptinhalt des Films ist das Leben von Stephen Hawking und besonders sein Weg in die Behinderung, seine fortschleichende Muskelerkrankung. Interviewt werden Freunde und Mitarbeiter ebenso wie Hawkings Mutter.

    Ist das nicht mein Leben?
    USA 1981
    Richard Dreyfuss
    Der Bildhauer Ken Harrison hat einen Verkehrsunfall und ist seitdem vom Hals abwärts gelähmt. Als er sich seiner Situation klar wird, beschließt er, sich nicht weiter behandeln zu lassen - der sichere Tod. Das Krankenhaus wehrt sich dagegen.
    Schnörkelloser Film über Selbstbestimmung Behinderter. Von Richard Dreyfuss grandios gespielt. Der Film eignet sich vor allem als Diskussionsgrundlage zu Fragen der Bioethik und Themen wie Sterbehilfe etc.

    Hier eine Liste mit interessanten Büchern zum Thema Rollisport, Sport mit Behinderten und Rollstuhlversorgung:

    Krawietz, A.:
    Sportjugend Hessen:
    Bewegung Kunterbunt, Spiel und Sport für behinderte und nichtbehinderte Kinder
    Frankfurt 1994, 10 DM.

    ISBN 3-89280-00605
    S.Bröxkes und U. Herzog:
    Rollstuhlversorgung bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, Ein Leitfaden für Aktive
    Eigenverlag der Arbeitsgemeinschaft Spina Bifida und Hydrocephalus (ASbH)
    ISBN 3-9801420-7-8
    Ein sehr guter Ratgeber für alle, die nicht mit einem völlig falsch angepassten Rollstuhl durchs Leben schleichen wollen! Einfach
    und anschaulich geschrieben, mit vielen Grafiken und Bildern.

    Vom ASbH gibt es zusätzlich verschiedene Veröffentlichungen zum Thema Spina Bifida und Hydrocephalus.

    BM für Arbeit und Sozialordnung (HG.):
    Bewegung, Spiel und Sport mit Behinderten und von Behinderung Bedrohten.
    Bd1: Grundlagen und Methodenmanual
    Bonn 1990

    Bundesverband für spastisch Gelähmte und andere Körperbehinderte e.V.:
    Aspekte des Sports mit Cerebralparetikern
    Mönchengladback 1977

    Deutscher Rollstuhl-Sportverband (DRS) (Hg.):
    Rollstuhlsport, Wie? Wo? Warum?
    Bonn 1993

    Fediuk, F.:
    Einführung in den Integrationssport. Teil I: Pädagogisch-konzeptionelle Grundlagen.
    Kassel 1992

    Fediuk, F.:
    Einführung in den Integrationssport. Teil I: Pädagogisch-konzeptionelle Grundlagen.
    Kassel 1992

    Flügelmann, A.:
    New Games- die Neuen Spiele, Band 1 + 2
    1981/82

    Freiwald, J.:
    Prävention und Rehabilitation im Sport
    1989

    Gill, I.K.:
    Möglichkeiten des Sports bei der Rehabilitation Körperbehinderter.
    1975
     

    Arnold, W./Isarael, S./ Richter, H.:
    Sport mit Rollstuhlfahrern
    Leipzig 1992

    Bausenwein, I.(Hg.):
    Sport mit Zerebralparetikern. Wettkampfsport, Gruppensport, Therapeutisches Reiten
    Schorndorf 1984

    Barbu, A.:
    Tischtennis für Rollstuhlfahrer
    Lübeck 1978

    Barbu, A./Danner, W./ Favre, H.:
    Basketball für Rollstuhlfahrer
    Teil I, Grundschule.
    Lübeck 1979

    Barbu, A./Sunkel, K.-H.:
    Übungen und Ballspiele für Rollstuhlfahrer
    Lübeck 1977

    Bloss, H. u.a.:
    Sport mit körperbehinderten Kinder und Jugendlichen
    Bad Homburg 1978

    Bloss, H.:
    Bewegung tut Not - ein Programm für Sportmuffel -
    Gesundheitssport für Jung und Alt.
    Düsseldorf 1980

    Bucher, W.:
    1010 Spiele und Übungsformen für Behinderte (und Nichtbehinderte)
    Schorndorf

    Pape, A.:
    Heben und Heben lassen: Heben und Tragen bewegungsbehinderter Menschen
    München 1984

    Pusch, W./Fritz, H.-J.:
    Sport für Körperbehinderte. Ein Leitfaden für Lehrer, Therapeuten und Übungsleiter für Behindertensport.
    Berlin 1984

    Rieder, H./Fischer, G.:
    Methodik und Didaktik im Sport.
    München 1986

    Rheker, U.:
    Spiel und Sport für alle.
    Integrationssport für Familie, Verein und Freizeit.
    Aachen 1993

    Rusch, H./Grössing, S.:
    Sport mit Körperbehinderten.
    Schorndorf 1991

    Schöler, L.:
    Das alles soll ich nicht mehr sein?
    Weinheim 1981

    Simon, P.:
    Rollstuhl-Gebrauchsschulung.
    München 1985

    Strohkendl, H.:
    Rollstuhlsport für Anfänger.
    Bewegungsfertigkeiten, Übungsformen, kleine Spiele, kleine Sportspiele
    Lübeck 1981

    Gill, I.K.:
    Heilpädagogische Leibeserziehung mit Behinderten.
    keine weiteren Angaben erhältlich

    Grössing, S.:
    Einführung in die Sportdidaktik
    Bad Homburg 1983

    Guttmann, Sir L.:
    Sport für Körperbehinderte
    München 1979

    Jochheim, K.-A./Schoot, P. v. d. (Hg.):
    Behindertensport und Rehabilitation.
    Teil II: Körperbehinderte, Hörgeschädigte, Sehgeschädigte, Therapeutisches Reiten, Schulsonderturnen, Ausbildungssit.
    Köln 1981

    Knöller, H.:
    Leichtathletik für Rollstuhlfahrer.
    Teil I: Fahren.
    Lübeck 1979

    Kosel, H.:
    Behindertensport. Körper und Sinnesbehinderte.
    München 1981

    Nowak, G. (Brbtg.):
    Comeback. Sport für Behinderte.
    München 1988

    Wilson, C.:
    Spiele für Körperbehinderte Kinder.
    1991

    Winnick, J. P. (Hg.):
    Adapted physical education and sport.
    USA 1991

    Wösler, D.M.:
    Spiele, Feste, Gruppenprogramme.

    Huber, E.G.:
    Sport im Kindes- und Jugendalter aus ärztlicher Sicht.
    München 1988

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